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Gehstock richtig auswählen
29. August 2025
15 Minuten Lesezeit

Inhaltsverzeichnis
Die Auswahl des richtigen Gehstocks ist entscheidend für Sicherheit, Komfort und langfristige Mobilität. Dieser Ratgeber führt durch alle wichtigen Aspekte – von der Materialwahl über die korrekte Längenanpassung bis hin zur richtigen Handhabung – und hilft dabei, die optimale Gehhilfe für individuelle Bedürfnisse zu finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die richtige Stocklänge entspricht etwa der Handgelenkhöhe bei hängenden Armen und sollte professionell angepasst werden
- Holzstöcke bieten natürliche Ästhetik und Stabilität, Leichtmetallstöcke sind modern und oft höhenverstellbar
- Der Griff sollte zur Handform passen – ergonomische und anatomische Griffe bieten optimalen Komfort
- Gehstöcke werden auf der Gegenseite des zu entlastenden Beines geführt
- Regelmäßige Überprüfung des Gummipuffers und aller Stockteile ist für die Sicherheit unerlässlich
- Fachberatung im Sanitätshaus oder bei spezialisierten Händlern gewährleistet die optimale Auswahl
Bedarfsanalyse – Den individuellen Unterstützungsbedarf richtig einschätzen
Bevor die Suche nach dem passenden Gehstock beginnt, steht eine ehrliche Einschätzung des persönlichen Unterstützungsbedarfs. Bei leichten Geheinschränkungen reicht oft ein einfacher, leichter Stock zur gelegentlichen Stabilisierung. Verstärkter Unterstützungsbedarf erfordert hingegen robustere Modelle mit ergonomischen Griffen und optimaler Gewichtsverteilung. Ein fundamentaler Punkt: Gehstöcke sind niemals dafür konzipiert, das gesamte Körpergewicht zu tragen. Sie dienen der Stabilisierung und teilweisen Entlastung, nicht als vollständiger Gewichtsträger. Diese Unterscheidung ist wichtig für die sichere Nutzung und die Auswahl des geeigneten Modells. Der Verwendungszweck beeinflusst die Wahl erheblich. Für den täglichen Gebrauch im Alltag eignen sich andere Modelle als für spezielle Aktivitäten wie Nordic Walking oder Wandertouren. Bei temporärer Nutzung nach einer Operation stehen andere Kriterien im Vordergrund als bei dauerhafter Anwendung. Das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle für die Belastbarkeit des Stocks. Die meisten Standardmodelle sind für Gewichte bis 100-110 Kilogramm ausgelegt, spezielle Carbonstöcke können bis zu 120 Kilogramm tragen.Material und Bauweise – Die Grundlage für Stabilität und Komfort
Die Materialwahl beeinflusst Gewicht, Haltbarkeit und Handhabung des Gehstocks maßgeblich. Zwei Hauptkategorien dominieren den Markt: klassische Holzstöcke und moderne Leichtmetallvarianten.Holzstöcke – Der zeitlose Klassiker mit natürlicher Ausstrahlung
Holzstöcke verkörpern Tradition und natürliche Ästhetik. Als lebendiger Rohstoff bietet Holz eine warme Haptik und entwickelt mit der Zeit eine individuelle Patina. Die Stabilität und Haltbarkeit hochwertiger Holzstöcke ist bemerkenswert – viele werden über Jahre hinweg zu geschätzten Begleitern. Die Flexibilität von Holz absorbiert Stöße beim Aufsetzen natürlich und schont dadurch Gelenke und Handgelenk. Umweltbewusste Nutzer schätzen die Recycelbarkeit und Nachhaltigkeit des Materials. Der einzige Nachteil liegt im höheren Gewicht im Vergleich zu Leichtmetallalternativen.Leichtmetallstöcke – Modern, funktional und vielseitig
Aluminium- und Carbonstöcke repräsentieren den modernen Ansatz der Gehstock-Konstruktion. Ihr geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Stabilität macht sie besonders attraktiv für Nutzer, die den Stock häufig tragen oder transportieren müssen. Die Längenverstellbarkeit per Knopfdruck ist ein entscheidender Vorteil: Sie ermöglicht schnelle Anpassungen und macht die Stöcke ideal für verschiedene Nutzer oder wechselnde Anforderungen. Die Vielfalt in Farben und Mustern spricht designbewusste Anwender an. Carbon stellt die Premium-Variante dar. Mit nur etwa 120 Gramm Gewicht übertrifft es Stahl in der Härte und zeigt sich korrosionsbeständiger als Edelstahl. Für Gesundheitssport wie Nordic Walking ist Carbon aufgrund seiner Eigenschaften besonders geeignet.Die richtige Länge und Höhenanpassung – Fundament für sicheres Gehen
Die korrekte Stocklänge ist nicht verhandelbarer Grundstein für optimale Stabilität und gesunde Haltung. Fehlende Anpassung führt zu Problemen, die weit über den Gehstock hinausgehen.Warum die korrekte Stocklänge entscheidend ist
Ein richtig angepasster Gehstock garantiert optimale Stabilität und fördert die richtige Haltung. Gleichzeitig beugt er Fehlbelastungen vor, die zu Rückenschmerzen und anderen Beschwerden führen können. Ein zu kurzer Stock zwingt in eine gekrümmte oder seitlich geneigte Rückenhaltung. Diese unnatürliche Position belastet die Wirbelsäule und führt zu Ungleichgewicht beim Gehen. Langfristig entstehen so Rückenschmerzen und Verspannungen. Ein zu langer Stock überanstrengt die Handgelenke und drückt die Schultern unnatürlich nach oben. Schmerzhafte Verspannungen in Schultern und Armen sind die Folge, die den Nutzen des Stocks zunichtemachen.Anleitung zum Ermitteln der idealen Gehstocklänge
Die professionelle Beratung durch einen Stockfachmann oder Sanitätshausmitarbeiter bietet die beste Gewähr für eine optimale Anpassung. Diese Experten verfügen über die notwendige Erfahrung und können individuelle Besonderheiten berücksichtigen. Für die Selbstmessung sollte idealerweise eine Hilfsperson zur Verfügung stehen. Der Prozess beginnt mit dem Tragen der üblichen Straßenschuhe. In aufrechter Haltung mit locker seitlich hängenden Armen wird die Position des Handgelenks ermittelt. Der Griff des Gehstocks sollte exakt diese Höhe erreichen. Beim Halten des Stocks entsteht ein leicht angewinkelter Ellbogen von etwa 15 bis 20 Grad. Diese Position gewährleistet natürliche Bewegungsabläufe und optimale Kraftübertragung. Eine Faustformel zur groben Schätzung besagt, dass die Stocklänge etwa der halben Körpergröße entspricht, mit einer Toleranz von plus oder minus einem Zentimeter. Da Stöcke gekürzt, aber nicht verlängert werden können, empfiehlt sich eine Bestellung mit zwei Zentimetern Reserve. Besondere Hinweise gelten für Fischergriffe oder paarweise Nutzung, wo oft vier Zentimeter längere Stöcke empfohlen werden, um die optimale Handposition zu erreichen.Griffarten und ihre Eigenschaften – Für sicheren Halt und optimalen Komfort
Der Griff entscheidet über persönlichen Geschmack, Handgefühl und optimale Druckverteilung. Die Vielfalt reicht von Leder über Holz und Metall bis zu Gummi, wobei anatomische Griffe oft mit stoßabsorbierender, rutschfester Softbeschichtung versehen sind.Ergonomische und anatomische Griffe
Ergonomische Griffe bieten eine breitere Handauflage und erhöhten Tragekomfort. Sie sind oft beidhändig nutzbar und ideal für längeres, intensives Stützen, da sie die Kraftübertragung optimieren und Druckstellen vermeiden. Anatomische Griffe gehen einen Schritt weiter und sind speziell an die Form der linken oder rechten Hand angepasst. Besonders bei Arthrose entlasten sie das Handgelenk effektiv und verteilen den Druck optimal auf die gesamte Handfläche. Diese Spezialisierung macht sie zur ersten Wahl bei besonderen Anforderungen.Klassische Griffvarianten
Der Fischergriff besitzt eine anatomische Griffschale, die den Druck optimal auf Handfläche und Handballen überträgt. Er bietet maximale Unterstützung und wird häufig paarweise verwendet, was ihn für intensiven Gebrauch prädestiniert. Als meistgenutzter Griff in Europa hat sich der Derbygriff etabliert. Seine leicht geschwungene Form mit abgerundeter Nase erweist sich als praktisch zum Aufhängen. Die ergonomische Formgebung mit extra breitem Griffrücken macht ihn besonders für größere Hände geeignet. Der Fritzgriff, als älteste Griffart nach Friedrich II. benannt, zeigt eine einfachere Form als der Derbygriff. Er bietet zusätzliche Stütze für den Handballen und mehr Auflagefläche als ein Rundhakengriff, was ihn zu einer bewährten Alternative macht. Der Rundhaken- oder Fischerhakengriff verkörpert die klassische Form für Spazier- und Wanderstöcke. Seine einfache Handhabung – er lässt sich leicht über den Arm hängen – macht ihn geeignet, wenn nur wenig Gewicht gestützt werden muss. Die Empfehlung lautet eindeutig: Verschiedene Griffarten ausprobieren, um den für die individuelle Handform und das persönliche Komfortbedürfnis passendsten zu finden.Besondere Gehstockarten und moderne Zusatzfunktionen
Die Entwicklung hat über klassische Gehstöcke hinaus spezialisierte Varianten hervorgebracht, die besonderen Anforderungen gerecht werden.Faltbare Gehstöcke für mobile Nutzer
Faltbare Gehstöcke erweisen sich als besonders praktisch für unterwegs, Reisen oder Ausflüge. Ihre platzsparende Verstaubarkeit im Taschenformat macht sie ideal für Personen, die den Stock nicht dauerhaft benötigen. Trotz der Faltmechanik behalten sie ihre Stabilität und erreichen Belastbarkeitswerte bis zu 100-120 Kilogramm.Gehstöcke mit Sitzfläche
Sitzstöcke kombinieren Gehhilfe und Rastmöglichkeit. Sie ermöglichen jederzeit eine kleine Ruhepause und sind für Personen mit eingeschränkter Ausdauer eine wertvolle Unterstützung. Die Belastbarkeit liegt typischerweise bei bis zu 100 Kilogramm.Innovative Design-Lösungen
Moderne Entwicklungen wie der Wheelz Ahead ErgoCane setzen auf ergonomische Griffe, integrierte Federung und hohe Rutschfestigkeit. Der Carbonfaser Gehstock von INDESmed gilt als weltweit leichtester seiner Art und kombiniert ergonomischen, silikongepolsterten Griff mit ovalem Carbonfaserstock für optimale Lastverteilung. Die Bedeutung von Ästhetik und Design für das persönliche Wohlbefinden wird zunehmend erkannt. Moderne Ansätze zur Gesundheit im Alter berücksichtigen diese psychologischen Aspekte als wichtigen Baustein des Wohlbefindens.Richtige Handhabung und Anwendung des Gehstocks
Die korrekte Verwendung des Gehstocks ist ebenso wichtig wie seine sorgfältige Auswahl. Fehlerhafte Handhabung kann das Sturzrisiko erhöhen statt es zu minimieren.In welcher Hand wird der Gehstock geführt
Die Grundregel ist eindeutig: Der Gehstock wird auf der Gegenseite des zu entlastenden oder verletzten Beines geführt. Bei Problemen mit dem linken Bein gehört der Stock in die rechte Hand und umgekehrt. Diese Haltung erhält das natürliche Gleichgewicht, verteilt das Gewicht optimal und ermöglicht die natürliche Armbewegung beim Gehen. Gleichzeitig absorbiert der Stock einen Teil des Körpergewichts und entlastet das betroffene Bein effektiv.Richtiges Gehen mit dem Gehstock
Der Gehstock bewegt sich gleichzeitig mit dem geschwächten oder betroffenen Bein nach vorne. Diese synchrone Bewegung verlagert das Gewicht teilweise auf den Stock und stabilisiert den Gang. Das Aufsetzen erfolgt möglichst senkrecht und nahe am Körper. Ein schräg aufgesetzter Stock erhöht das Sturzrisiko erheblich und sollte vermieden werden. Die aufrechte Haltung und der Blick geradeaus unterstützen das sichere Gehen. Die korrekte Griffhaltung sieht vor, dass nur Mittel-, Ring- und kleiner Finger den Griff umschließen. Zeigefinger und Daumen liegen ausgestreckt am Griffansatz des Stocks und bieten so zusätzliche Kontrolle und Stabilität.Treppensteigen mit dem Gehstock
Beim Hinaufgehen hält eine Hand das Geländer, die andere den Gehstock. Das gesunde Bein beginnt den Aufstieg, gefolgt vom geschwächten Bein. Diese Reihenfolge nutzt die Kraft des stärkeren Beins optimal. Beim Hinuntergehen stützen sich Nutzer am Geländer und am Gehstock ab. Das geschwächte oder verletzte Bein setzt gleichzeitig mit dem Gehstock nach unten, dann folgt das gesunde Bein. Diese Technik gewährleistet maximale Stabilität in der kritischen Abwärtsbewegung.Sicherheitshinweise und wichtige Nutzungstipps
Die regelmäßige Überprüfung vor jedem Gebrauch umfasst den sicheren Sitz aller Stockteile, den fest eingerasteten Druckknopf bei verstellbaren Stöcken und den Zustand des Gummipuffers. Abgenutzte Gummipuffer verlieren ihre Rutschfestigkeit und müssen umgehend ersetzt werden. Einklemmungen an Verstellmechanismen oder Stockteilen sind zu vermeiden. Besondere Vorsicht ist bei Sturzgefahr geboten: Unebene, weiche, feuchte oder rutschige Untergründe, lose Teppichböden und Hindernisse erfordern zusätzlichen Halt oder eine Begleitperson. Bei einem Sturzversuch sollte der Gehstock möglichst seitlich fallen gelassen werden, um nicht auf ihn zu fallen. Das Einklemmen des Stocks in Gully-Löchern, Aufzügen oder selbstschließenden Türen ist zu vermeiden. Zweckentfremdung schadet der Sicherheit: Der Gehstock eignet sich nicht als Aufstehhilfe, zum Schlagen oder Hebeln. Das Anhängen von Gegenständen wie Taschen verändert das Gleichgewicht und kann zu Stürzen führen. Menschen mit besonderen Bedürfnissen profitieren von durchdachten Sicherheitskonzepten.Saisonale Sicherheitsaspekte
Extreme Temperaturen zwischen minus 15 und plus 40 Grad Celsius können Gehstöcke beschädigen. Bei Schnee und Eis besteht erhöhte Sturzgefahr, die nur durch speziellen Gleitschutz wie Eiskrallen oder Puffer mit Spikes gemindert werden kann. Bei erkennbaren Schäden ist die Nutzung sofort einzustellen. Fachhändler sollten den Stock überprüfen, da eigenständige Reparaturen die Sicherheit gefährden können.Zubehör und Pflege für langanhaltende Funktionalität
Der Gummipuffer als Sicherheitselement
Der Gummipuffer am Stockende ist essentiell für Rutschfestigkeit und Sturzprävention. Seine regelmäßige Kontrolle und der rechtzeitige Wechsel bei Abnutzung sind für die Sicherheit unerlässlich. Die Investition in qualitative Gummipuffer zahlt sich durch erhöhte Sicherheit aus. Spezielle Aufsätze erweitern die Einsatzmöglichkeiten: Gleitschutz, Eiskrallen oder Puffer mit Spikes machen den Gehstock winter- und wettertauglich. Stoffetuis für Faltstöcke und Halteschlaufen ergänzen das Zubehörsortiment sinnvoll.Pflegehinweise für Langlebigkeit
Die Beachtung spezifischer Pflegehinweise verlängert die Lebensdauer des Gehstocks erheblich. Holzstöcke benötigen andere Pflege als Metallvarianten, und jeder Hersteller gibt spezifische Empfehlungen für seine Produkte.Besondere Gehstockarten für spezielle Anforderungen
Wander- und Nordic Walking Stöcke
Für aktive Nutzer mit geringerem Unterstützungsbedarf stabilisieren Wander- und Nordic Walking Stöcke den Rumpf und fördern den Gehrhythmus. Carbonstöcke eignen sich besonders gut für Nordic Walking, da sie die notwendige Federung und das geringe Gewicht für sportliche Aktivitäten bieten.Stützschirm mit abnehmbarem Gehstock
Die Kombination aus Regenschirm und Gehstock bietet Wettertauglichkeit und Mobilität in einem Gerät. Beide Teile sind einzeln nutzbar und machen dieses System besonders vielseitig für wechselnde Anforderungen.Krücken als Alternative
Krücken bieten im Allgemeinen mehr Griffsicherheit und Stabilität als Gehstöcke. Bei starken Schmerzen, nach Operationen oder in der Entlastungsphase werden sie oft paarweise verwendet und können eine bessere Lösung darstellen als Einzelstöcke.Beratung und Bezugsquellen für den optimalen Gehstock
Fachgeschäfte und Sanitätshäuser als erste Anlaufstelle
Fachgeschäfte und Sanitätshäuser bilden die empfohlene Anlaufstelle für persönliche Beratung und individuelle Bedarfsanalyse. Das geschulte Fachpersonal unterstützt bei der optimalen Längenanpassung und der Auswahl des passenden Griffs. Die Möglichkeit, verschiedene Modelle auszuprobieren und zu vergleichen, ist unschätzbarer Vorteil der persönlichen Beratung. Oft besteht sogar die Möglichkeit, Gehstöcke zum Testen zu mieten, bevor die endgültige Kaufentscheidung fällt.Online-Shops als Alternative
Online-Shops bieten eine breite Auswahl an Modellen und Materialien. Sie eignen sich besonders für Nutzer, die bereits Erfahrung mit Gehstöcken haben und ihre Präferenzen kennen. Die detaillierten Produktbeschreibungen und Kundenbewertungen unterstützen bei der Auswahl.Kontaktmöglichkeiten für weiterführende Beratung
Telefonische oder E-Mail-Beratung bei spezialisierten Anbietern ergänzt das Beratungsangebot. Diese Kontaktmöglichkeiten sind besonders wertvoll für spezifische Fragen oder bei Unsicherheiten nach dem Kauf.Höhenverstellung und Anpassungsmöglichkeiten
Höhenverstellbare Gehstöcke
Höhenverstellbare Gehstöcke, meist aus Leichtmetall gefertigt, ermöglichen einfache Einstellung über ein Druckknopfsystem. Die Bedienung erfolgt durch Lösen des Feststellrings, Eindrücken des Druckknopfs, Schieben des Rohrs bis zur gewünschten Position, Einrasten lassen und erneutes Festdrehen des Feststellrings.Starre Gehstöcke und ihre Anpassung
Starre Gehstöcke, meist aus Holz gefertigt, müssen bei Bedarf gekürzt werden. Für Metallstöcke ist ein Rohrschneider oder eine Metallsäge notwendig. Diese Arbeit sollte nur von Fachpersonal durchgeführt werden, um die Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.Materialvergleich und Belastbarkeitsgrenzen
Die Belastbarkeitsgrenzen variieren je nach Material und Konstruktion. Holzstöcke und Aluminiumvarianten erreichen typischerweise Belastbarkeiten bis zu 100-110 Kilogramm. Carbonstöcke können oft bis zu 115-120 Kilogramm tragen und bieten dabei das geringste Eigengewicht. Die Wahl zwischen den Materialien hängt von individuellen Prioritäten ab: Holz für Liebhaber traditioneller Ästhetik, Aluminium für praktische Vielseitigkeit und Carbon für höchste Ansprüche an Gewicht und Stabilität.Alltägliche Herausforderungen und Lösungsansätze
Mobilität im Alter bringt verschiedene Herausforderungen mit sich, die durchdachte Lösungen erfordern. Der Gehstock als Hilfsmittel muss diesen gerecht werden. Die Aufbewahrung und der Transport des Gehstocks bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Faltbare Modelle lösen Transportprobleme elegant, während starre Stöcke spezielle Halterungen oder Tragemöglichkeiten erfordern. Die Integration in den Alltag gelingt umso besser, je selbstverständlicher der Umgang mit dem Gehstock wird. Regelmäßige Bewegung im Alter profitiert von der Sicherheit, die ein gut gewählter Gehstock bietet.Pflege und Wartung für maximale Lebensdauer
Die Pflege des Gehstocks variiert je nach Material. Holzstöcke benötigen gelegentliche Behandlung mit geeigneten Pflegemitteln, um Risse zu vermeiden und die natürliche Schönheit zu erhalten. Metallstöcke erfordern weniger Aufwand, profitieren aber von regelmäßiger Reinigung. Die Kontrolle beweglicher Teile bei höhenverstellbaren Stöcken sollte regelmäßig erfolgen. Festsitzende oder schwergängige Mechanismen sind Anzeichen für notwendige Wartung oder den Austausch von Verschleißteilen. Die Lagerung an einem trockenen, temperaturstabilen Ort schützt vor Materialermüdung und verlängert die Nutzungsdauer erheblich. Besonders Holzstöcke reagieren empfindlich auf extreme Klimaschwankungen.Finanzierung und Kostenübernahme
Die Finanzierung von Gehstöcken kann über verschiedene Wege erfolgen. Krankenkassen übernehmen oft die Kosten für medizinisch notwendige Gehhilfen, wenn eine entsprechende Verordnung vorliegt. Die Beratung durch Sanitätshäuser umfasst meist auch Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten. Private Zusatzversicherungen können ebenfalls Kosten übernehmen, abhängig von den gewählten Tarifen. Die Prüfung aller Optionen vor dem Kauf verhindert unnötige Ausgaben und sichert optimale Versorgung. Bei berufsbedingten Gehproblemen können Berufsgenossenschaften oder Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zuständig sein. Die Klärung der Zuständigkeit sollte frühzeitig erfolgen, um Verzögerungen bei der Versorgung zu vermeiden.Weitere Artikel

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