Sturzgefahren in der Wohnung beseitigen

16. Januar 2026
7 Minuten Lesezeit
Mann stolpert über Teppich

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze in den eigenen vier Wänden. Was früher problemlos bewältigt wurde, kann plötzlich zur Gefahr werden. Lose Teppiche, schlechte Beleuchtung oder rutschige Böden im Badezimmer zählen zu den häufigsten Unfallursachen. Dabei lassen sich viele Sturzgefahren in der Wohnung mit einfachen Maßnahmen beseitigen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Bereiche besonders kritisch sind und wie sich das Zuhause sicherer gestalten lässt.

Warum Stürze im Alter häufiger vorkommen

Stürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei älteren Menschen. Die Gründe dafür sind vielfältig und hängen oft mit natürlichen Veränderungen des Körpers zusammen. Ein Verständnis dieser Zusammenhänge kann dabei helfen, gezielt vorzubeugen.

Körperliche Veränderungen im Alter

Mit den Jahren verändert sich der Körper auf verschiedene Weisen. Die Muskelkraft nimmt ab, das Gleichgewichtsgefühl wird unsicherer und die Reaktionszeit verlangsamt sich. Auch die Sehkraft lässt bei vielen Menschen nach, was das Erkennen von Hindernissen erschwert. Diese Faktoren zusammen können dazu führen, dass selbst kleine Unebenheiten oder Gegenstände auf dem Boden zu Stolperfallen werden.

Hinzu kommt, dass das Gleichgewichtsorgan im Innenohr eine wichtige Rolle bei der Körperstabilität spielt. Altersbedingte Veränderungen im Ohr können sich daher auch auf die Balance auswirken. Menschen mit Hörproblemen sollten besonders aufmerksam sein, da Studien einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und erhöhtem Sturzrisiko nahelegen.

Medikamente und ihre Auswirkungen

Bestimmte Medikamente können Schwindel, Benommenheit oder Müdigkeit verursachen. Besonders bei der Einnahme mehrerer Präparate gleichzeitig kann das Risiko für Nebenwirkungen steigen, die das Gleichgewicht beeinträchtigen. Ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt über mögliche Wechselwirkungen und sturzfördernde Nebenwirkungen kann sinnvoll sein.

Die größten Stolperfallen im Haushalt erkennen

Viele Sturzgefahren befinden sich direkt vor der eigenen Haustür, genauer gesagt: innerhalb der eigenen vier Wände. Ein kritischer Blick durch die Wohnung kann dabei helfen, potenzielle Gefahrenquellen zu identifizieren.

Teppiche und Läufer

Lose liegende Teppiche, hochstehende Kanten und rutschende Läufer sind eine klassische Gefahr. Mit rutschfesten Unterlagen fixieren.

Kabel & Gegenstände

Herumliegende Ladekabel, Verlängerungsschnüre und Gegenstände in Laufwegen müssen vermieden werden.

Türschwellen & Kanten

Hohe Türschwellen und Unebenheiten im Boden. Wenn möglich entfernen oder durch flache Übergänge ersetzen.

Beleuchtung als Sicherheitsfaktor

Eine gute Beleuchtung ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, Sturzgefahren in der Wohnung zu beseitigen. Wer seine Umgebung gut sehen kann, erkennt Hindernisse rechtzeitig.

Ausreichend Licht in allen Räumen

Jeder Raum sollte über ausreichend helle Beleuchtung verfügen. Dunkle Ecken und schlecht ausgeleuchtete Bereiche erhöhen das Unfallrisiko. Besonders wichtig ist gutes Licht in Fluren, auf Treppen und in Durchgangsbereichen. Deckenleuchten mit hoher Lichtausbeute und zusätzliche Stehlampen können dabei helfen, alle Bereiche gleichmäßig zu erhellen.

Nachtlichter und Bewegungsmelder

Nachts ist das Sturzrisiko besonders hoch, etwa beim Gang zur Toilette. Nachtlichter, die den Weg erhellen, können hier wertvolle Dienste leisten. Noch praktischer sind Bewegungsmelder, die automatisch Licht einschalten, sobald jemand den Raum betritt. Diese lassen sich mittlerweile einfach nachrüsten und funktionieren oft batteriebetrieben.

Lichtschalter an den richtigen Stellen

Lichtschalter sollten gut erreichbar sein, idealerweise direkt am Eingang jedes Raumes. Wer im Dunkeln nach einem Schalter suchen muss, riskiert einen Sturz. Beleuchtete Schalter oder nachleuchtende Aufkleber können das Auffinden im Dunkeln erleichtern.

Das Badezimmer sicher gestalten

Das Badezimmer zählt zu den sturzgefährlichsten Räumen in der Wohnung. Nasse Fliesen, enge Platzverhältnisse und das Ein- und Aussteigen in Dusche oder Badewanne bergen erhebliche Risiken.

Rutschfeste Unterlagen und Matten

Rutschfeste Matten in der Dusche, in der Badewanne und vor dem Waschbecken sind grundlegende Sicherheitsmaßnahmen. Diese Matten sollten mit Saugnäpfen fest am Boden haften. Auch auf dem Badezimmerboden selbst können rutschfeste Matten dazu beitragen, Ausrutscher auf nassen Fliesen zu verhindern.

Haltegriffe und Stützvorrichtungen

Haltegriffe an Badewanne, Dusche und neben der Toilette bieten Halt beim Hinsetzen und Aufstehen. Sie sollten fest in der Wand verankert sein und das Körpergewicht tragen können. Im Fachhandel sind verschiedene Modelle erhältlich, die sich auch nachträglich anbringen lassen.

Duschsitz und Badewannenlift

Ein Duschsitz ermöglicht es, sich beim Duschen hinzusetzen und reduziert so das Sturzrisiko erheblich. Für Badewannennutzer kann ein Badewannenlift das Ein- und Aussteigen erleichtern. Diese Hilfsmittel sind besonders sinnvoll für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Gleichgewichtsproblemen.

Treppen, Möbel und das richtige Schuhwerk

Treppen und Stufen absichern

Treppen sollten auf beiden Seiten mit stabilen Handläufen ausgestattet sein. Kontraststreifen auf den Stufenkanten erleichtern das Erkennen. Rutschfeste Beläge verhindern das Ausrutschen. Wenn das Treppensteigen zu gefährlich wird, kann ein Treppenlift eine sichere Alternative sein.

Möbel und Einrichtung überdenken

Möbel sollten so platziert werden, dass ausreichend breite Durchgänge entstehen. Stabile Stühle und Sessel mit Armlehnen erleichtern das Aufstehen. Ein Fernsehsessel mit Aufstehhilfe kann eine komfortable Lösung sein. Häufig benötigte Gegenstände sollten in gut erreichbarer Höhe aufbewahrt werden.

Das richtige Schuhwerk in der Wohnung

Socken auf glatten Böden sind ein häufiger Grund für Stürze. Hausschuhe mit rutschfester und fester Sohle bieten deutlich mehr Halt. Wichtig ist, dass die Schuhe gut sitzen. Offene Pantoffeln ohne Fersenriemen sollten vermieden werden, da sie leicht von den Füßen rutschen können.

Hilfsmittel und aktive Vorbeugung

Hilfsmittel für mehr Mobilität und Sicherheit

Verschiedene Hilfsmittel können dabei unterstützen, sich sicherer in der Wohnung zu bewegen. Ein Gehstock oder Rollator kann zusätzliche Stabilität bieten. Hüftprotektoren können das Risiko für Hüftfrakturen bei einem Sturz reduzieren. Ein Hausnotrufsystem, das als Armband oder Halskette getragen wird, kann im Ernstfall lebensrettend sein.

Vorbeugung durch Bewegung und Training

Neben der Anpassung der Wohnumgebung spielt auch die körperliche Fitness eine wichtige Rolle. Regelmäßige Bewegung kann die Muskulatur stärken und das Gleichgewicht verbessern. Einfache Übungen wie das Stehen auf einem Bein oder gezieltes Krafttraining für Beine und Rumpf sind sehr effektiv. Da sowohl das Sehen als auch das Hören für die Orientierung wichtig sind, sollten beide Sinne regelmäßig überprüft werden. Eine aktuelle Brille und ggf. Hilfsmittel für Schwerhörige tragen zur Sicherheit bei.

Checkliste für ein sturzsicheres Zuhause

Bereich Gefahrenquellen Maßnahmen
Eingangsbereich Rutschige Matten, schlechtes Licht, herumliegende Schuhe Rutschfeste Matten, gute Beleuchtung, feste Plätze für Schuhe
Wohnräume Lose Kabel, rutschende Teppiche, dunkle Ecken, wackelige Möbel Kabel sichern, Teppiche fixieren, für ausreichend Licht sorgen, stabile Möbel
Küche Rutschige Böden, verschüttete Flüssigkeiten, schwer erreichbare Schränke Rutschfeste Beläge, Flüssigkeiten sofort aufwischen, wichtige Utensilien auf Griffhöhe lagern
Badezimmer Nasse Fliesen, hoher Einstieg in Dusche/Wanne, kein Halt beim Aufstehen Rutschfeste Matten, Haltegriffe, Duschsitz oder Badewannenlift
Schlafzimmer / Nachtwege Dunkelheit auf dem Weg zur Toilette, Stolperfallen am Bett Nachtlichter oder Bewegungsmelder installieren, Wege freihalten
Treppen / Stufen Fehlende Handläufe, schlecht sichtbare Stufenkanten, rutschige Beläge Handläufe auf beiden Seiten, Stufen markieren, Antirutsch-Streifen anbringen